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Alfa Romeo 155 3.0 24V



  3.0 24V
  240Ps
  250 km/h
  235/40-17
  OZ 8"x17"



2003 kaufte ich einen 155 V6 2.5 mit Zylinderkopfschaden. Anfangs war die Überlegung, den Zylinderkopf instand zu setzen. Da ich jedoch einen 3.0 24V-Motor hatte, wurde die Reparatur des defekten 2.5 schnell ad acta gelegt. Der 3.0 24V soll in den 155! Prinzipiell gibt es ja keine Unterschiede bezüglich der Baugrösse zwischen den Blöcken, nur die Zylinderköpfe sind etwas voluminöser. Um mir etwas Klarheit über die Platzverhältnisse zu verschaffen, baute ich den 2.5 aus und setzte statt dessen zum Testen einen 24V-Motor hinein. Glücklicherweise hatte ich noch einen Block mit Köpfen (ohne KW, Kolben, NW, Ventile). Wunderbar, er passt ohne Probleme...dachte ich! Gut, das Thermostatgehäuse muss getauscht werden, da es beim 24V (wie eigentlich bei allen älteren V6) auf der Steuerseite sitzt, beim 155 2.5 jedoch (aus Platzgründen) auf der Getriebeseite (später hierzu mehr).

Als ich dann den richtigen Motor hineinhängte, stellte ich jedoch fest, dass der Riemenantrieb für die Nebenaggregate nicht ausreichend Platz hat.


Die Grafik links zeigt oben den Riemenantrieb des 155 V6. Zu erkennen ist, dass die Riemen auf zwei Ebenen laufen. Bei der unteren Grafik wird der Antrieb mit Poly-V-Riemen des 3.0 24V dargestellt.
Da beim 155 auf der Vorderseite des Motors (Zyl 4, 5 & 6) die Servopumpe sowie der Klimakompressor platziert ist (beim 24V aus dem 164 jedoch hier Lima und Kompressor), und auf der Rückseite die Lima (beim 3.0 die Servopumpe) benötigt man entsprechende Halter um die Aggregate 155-spezifisch montieren zu können, denn Platz für die Nebenaggregate ist nur mit der originalen 155-Positionierung gegeben.
Ich hatte Halter von 75 V6, 155 V6, 156 2.5 24V (gleiche Anordnung wie 155) und 164 3.0 sowie 164 3.0 24V. Da jedoch bei sämtlichen Modellen die Riemen auf einer anderen Ebene laufen, war nichts kompatibel. Nun läuft der Motor mit dem Kompressorhalter des 3.0 24V, jedoch mit angefertigten Servopumpen- und Limahalter; und mit Poly-V-Riemen.
Dadurch hatte ich aber zunächst wieder ein Platzproblem; und zwar zwischen Längsträger, Achshilfsrahmen und Aggregaten. Um dem zu entgegnen wanderte die komplette Motor-Getriebeeinheit um 15mm nach links. Entsprechend wurden die Getriebe- und Motorhalterungen modifiziert. Der Motorhalter vo. re. musste unabhängig davon speziell angefertigt werden, da die Aufnahme unter dem Klimakompressor ein komplett anderes Design benötigte.
Durch den Linksversatz der Antriebseinheit um 15mm bedurfte es natürlich einer Längenanpassung der Antriebswellen.


Nun nochmals zu dem bereits angesprochenem Thermostatgehäuse

In meiner Einfältigkeit dachte ich, dass ich nur den entsprechenden Deckel auf das Wasserpumpengehäuse zu schrauben brauche, um somit den richtigen Anschluss zum quer liegenden Wasserrohr (zum gegenüberliegenden Thermostat) zu haben. Der Deckel passte aber nicht! Somit musste ein Deckel her, der den Anschluss zum Wasserrohr hat und der auch auf den Wasserpumpenflansch passt.
Sowas gibt es aber nicht!
Auch hier bedurfte es einer Anfertigung: Deckel mit Thermostatanschluss hernehmen, und den Thermostatteil entfernen um einen Verschluss anzuschweissen. Wie bereits erläutert, befindet sich zukünftig das Thermostat auf der Getriebeseite.


Ursprung dieses Problems war die Wasserpumpe.
Der Motorblock des 3.0 24V hat eine leicht geänderte Kanalführung gegenüber den anderen V6-Blöcken; welche z.B. auch nicht der 2.5 24V-Block hat, sondern nur der 3.0 24V). Rechts im Bild ist oben die Wapu des 3.0 24V zu sehen. Alle anderen Motorvarianten haben die untere Version; dies jedoch in verschiedenen Bautiefen (Länge der Welle).
Da der Deckel für das Wasserrohr eine andere Bohrungsanordnung hat, als viele andere Wasserpumpenflansche aufweisen, konnte ich nicht einfach ins Regal greifen. Daher die Anfertigung des oben gezeigten Deckels.

Somit waren die groben mechanischen Umrüstungen für den Moment abgeschlossen.

Als nächstes stellte mich die verwendete motronic 1.7 auf die Probe, denn der Motor wollte nicht um vieles anspringen; die Einspritzdüsen bekamen kein Signal. Nachdem ich den geänderten Kabelbaum mehrmals durchgemessen hatte und keinen Fehler feststellen konnte, kam das grosse "Aha"...die M 1.7 hat eine Wegfahrsperre, welche nun aktiv war. Nur, wie bringe ich der motronic bei, dass hierfür nun kein Steuergerät mehr vorhanden ist. Selbst BOSCH (Entwicklung in Karlsruhe) als auch Alfa Romeo (Techniker in Heilbronn) waren ratlos. Nach einiger Tüftelei war aber auch diese Hürde genommen.

Ich konnte fahren!
Jedoch nicht weit, da der Motor allergrösste Temperaturprobleme hatte.

Nachdem ich drei Kopfdichtungen verschlissen hatte (einmal musste ich den 155 in Italien stehen lassen), kam ich auf den Auslöser der hohen Temperaturen: der hintere Zylinderkopf (1, 2 & 3) wurde wegen geänderter Kühlschlauchperipherie nicht entlüftet. Somit war in dem Zylinderkopf zuwenig Kühlmittel; mal mehr mal weniger.


Der gelbe Pfeil (Bild rechts) zeigt auf einen Blindstopfen. Hier war früher ein Abgang zur Heizung, und u.a. wurde damit auch der Zylinderkopf entlüftet. Wegen geänderter Wasserführung war dies nun nicht mehr möglich.
Der rote Pfeil zeigt auf eine Entlüftung, welche ich nun nachträglich anbrachte. Von hier führt nun ein Schlauch zur Vorwärmung des Drosselklappengehäuses. Diese war zuvor nicht angeschlossen. Nach dieser Änderung passt alles.Zuerst lief der Motor nicht ganz korrekt; es mangelte immens an Leistung. Dies führe ich anfangs auf den offenen K&N-Filter zurück, welchen ich verbaut habe. Letztendlich war der Filter aber nur falsch positioniert und saugte zu heisse Luft an.Mit kalter Ansaugluft läuft der 155 nun "recht flott".







/EDIT
Lang istīs her. Heute würde ich vieles anders machen.
Sollte jemand gleichen Umbau durchführen wollen, ist er besser beraten, wenn er ein Aggregat aus einem Alfa Romeo Typ 916 (Spider/GTV), 156 oder 166 verwendet, da hier alles passt: Riementrieb, Nebenaggregate, Wasserprumpe usw.
Oben beschriebenen Weg bin ich u.a. gegangen, da ich solch einen Motor (vom 164) zur Verfügung hatte,
zudem waren andere Spender noch rar.


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